Geschichte der Mamiya Z-Serie

Heute zeigt sich Mamiya als "Master of the Medium" und baut nur noch sogenannte Mittelformat-Kameras in den Formaten 4.5x6, 6x6 und 6x7 cm. Dabei umfaßt die Palette Meßsucherkameras (wie die Mamiya 7), die Mamiya 645E (manuelle 4.5x6), die Mamiya 645 AF (AutoFokus-Kamera 4.5x6) und die R-Reihe (6x7).

Mamiya kann aber ebenfalls auf eine umfangreiche Kleinbildkameraserie zurückblicken. Lange Zeit dominierten - wie bei anderen Firmen auch - Kameras mit M42-Schraubanschluß. Mamiya hat in der frühen Siebzigern einen Vorstoß mit einem eigenen Bajonett gewagt. Mit der NC-Serie hat sich Mamiya aber endgültig von der M42-Fassung verabschiedet.

Es wurden zwei Typen dieser Kamera-Serie hergestellt: die Mamiya NC1000S (in chrom und schwarz) und die Mamiya NC1000 (in schwarz). Bei beien Kameras handelt es sich um Blendenautomaten mit Zeitvorwahl. Bei der NC1000S kann die Sucherscheibe gewechselt werden. Systemblitzgeräte mit speziellen Kontakten oder ein Winder war nicht vorgesehen. Mamiya produzierte diese Serie zwischen 1977 und 1980.

Im Zuge des Fortschritts haben sich die Mamiya Ingenieure etwas besonderes einfallen lassen: die elektronische Kommunikation zwischen Objektiv und Kamera. Waren die Kameras zu dieser Zeit noch auf mechanische Kupplungen angewisen, konnten die neuen Mamiya Kameras dies über elektronische Kontakte erledigen. So konnte in der 1980 eingeführten Z-Serie die Eigenschaften eines Objektivs direkt zur Kamera übertragen werden. Der Kamera-Computer konnte so über Lichtstärke, Brennweite und Entfernung informiert werden. Mit speziellen Blitzgeräten der MZ-Serie wurde dann auch entfernungsabhängies Blitzen möglich, indem die eingestellte Entfernung am Objektiv in das Blitzgerät übertragen wurde und die Kamera gleich die passende Blende ermitteln konnte.



Die Mamiya Z-Serie umfaßte insgesamt vier Kameras in sechs Varianten. Einen reinen Zeitautomaten (die Mamiya ZE in schwarz, chrom und mit einem geänderten Label), die Mamiya ZE-2 (Zeitautomat und manuelle Belichtung), das Topmodell Mamiya ZE-X (mit Programm-, Zeit- und Bledenautomation kombinierbar mit einer Crossover-Steuerung, sowie der MZ-Blitzautomatik und manuellen Einstellung) und die Mamiya ZM, welche als Weiterentwicklung der Mamiya ZE-2 angesehen werden kann. Zu diesen Modellen wurden Systemblitzgeräte mit herstellerspezifischen Kontakten geliefert. Ferner gab es einen Winder und für die Mamiya ZE-X einen Rewinder für automatische Filmrückspulung.



Diese Serie wurde von 1980 bis 1984 hergestellt. Das Aus für den Mamiya Kleinbildsektor wurde durch den Konkurs von OSAWA verursacht. OSAWA besaß die exklusiven Vermarktungsrecht an den Mamiya Produkten, schließlich war Mamiya auch an OSAWA beteiligt. So wurde das Unternehmen mit in den finanziellen Strudel von OSAWA gerissen. Mamiya hat sich aber schnell von diesen Schock erholt und produziert heute als einer der Mittelformat-Markführer wieder entsprechende Kameras.

Es wäre sicher nicht uninteressant gewesen, was Mamiya im AutoFokus-Boom von 1986 beigetragen hätte. Die technischen Voraussetzungen hatte die Z-Reihe bereits sechs Jahre zuvor ...

Mamiya 645AF
Das aktuelle Topmodell der Mamiya Mittelformat- Kameras mit AutoFokus und SCA- Systemblitzgeräten.
Mamiya RZ67Pro
Erweitertes Mittelformat im Format 6x7. Die RZ kann ebenfalls mit den MZ-Blitzgeräten umgehen.
Mamiya ZE-X
Das Topmodell der Z-Serie mit Programm-, Blenden- und Zeitautomatik, sowie MZ- Blitzautomatik, manuelle Einstellung und Crossover- Steuerung. Die Kamera wurde 1981 auf den Markt gebracht.
Mamiya ZM
1983 erschienen und eine gelunge Weiterentwicklung der Mamiya ZE-2. Die Kamera präsentiert sich in einem modernen Design.
Mamiya NC-1000/NC-1000S
Mit der NC-Serie (1978 - 1980) hat Mamiya ein neues Bajonett eingeführt. Es blieb in der Bajonettform in der Z-Serie erhalten, nur die Springblendenkupplung und die elektronischen Kontakte sind für die ZE geändert worden.
NC-Clones
Mamiya hat auch mit der NC-1000 Lizenzherstellungen genehmigt. Dies ist eines der Modelle.
Mamiya MSX1000 und MSX500
Die MSX-Serie wurde 1974 auf den Markt gebracht und ist eine klassische M42-Kamera.
Mamiya DSX1000 und DSX500
Auch diese Kamera erschien 1974. Allerdings besitzen die M42-SX-Mamiya Objektive einen kleinen Hebel um die Blende zu übertragen!
Mamiya auto XTL
1971 erschien die Mamiya auto XTL. Die zugehörigen ES-Objektive hatten ein eigenes Bajonett. Die Kamera hatte Spot und mittenbetone Meßcharakteristik mit Blendenautomatik. Ferner gab es einen Motordrive (als Prototyp).
Leider schien die Kamera zu innovation für diese Zeit und wurde bald wieder eingestellt.

Mamiya TL und DTL
Diese Kamera-Serien wurden von 1966 bis 1971 produziert. Dabei handelt es sich um 42-Kameras. Mit der DTL2000 (1971)stellte Mamiya damals schon eine Kamera mit einer Verschlußzeit von einer 1/2000 her.
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